Dr. Hans Seper

Dr. Hans Seper - Doyen der Marcus-Forschung in Österreich

Mit seinen zahlreichen Standardwerken über Österreichs Kraftfahrwesen machte sich Hofrat Dr. Hans Seper über viele Jahre seinen unvergänglichen Namen. Seper’s Erfolgsgeheimnis ist die akribische Genauigkeit seiner Arbeiten.



Als Schwerkriegsversehrter des Zweiten Weltkriegs studierte Hans Seper an der Universität Wien und promovierte 1948 zum Dr. Phil. Das Technische Museum gewann ihn als Mitarbeiter und 1957 wurde er zum Kustos für Straßenfahrzeuge bestellt. Ihm ist es zu verdanken, dass die großartige Sammlung früher österreichischer Automobile fast lückenlos ausgestellt und damit zum Herzstück des Technischen Museums (bis zu dessen Renovierung) wurde.

Seine intensive Marcus – Forschung, die erstmals Licht in das bis dahin bestehende Scheinbild brachte, publizierte er u.a. in seinem Werk „Damals als die Pferde Scheuten". Er hat damit der historischen Wahrheit gegen größte Widerstände zum Durchbruch verholfen, was ein gerüttelt Maß an Zivilcourage erforderte. Dabei war Seper die längste Zeit selber davon überzeugt, dass der Marcus Wagen, der heute dem ÖAMTC gehört, 1875 gebaut wurde.

Bei Aufarbeitung des Nachlasses eines gewissen Ing. Ludvig Czischek entdeckte er die Unterlagen, welche die Unrichtigkeit der seinerzeit vom Verstorbenen stipulierten Datierung des (zweiten) Marcus-Wagens (1875) bewiesen. „Ein Wahnsinn, was ich da bekommen habe", erinnerte sich Seper noch 1999.
Prof. Ing. Czischekwar Experte, hatte Marcus noch persönlich gekannt und war eine absolute Autorität. An Czischeks Veröffentlichungen orientierten sich fast alle, die Später über Marcus geschrieben haben. Bis in den späten 1950er Jahren ein gewisser Dr. Gustav Goldbeck aus Deutschland in Wien erschien und als professioneller Historiker anhand von Archiv-, Patent und zahlreichen anderen Unterlagen zum zwingenden Schluss kam, dass der Marcus – Wagen keinesfalls vor 1888 gebaut sein konnte.

So konnte bewiesen werden, was Goldbeck zuvor vermutete, dass nämlich Czischek bereits um die Jahrhunderte wusste, dass sie von ihm mitinitiierte Baujahrbezeichnung „1875" nicht stimmen konnte, jedoch als absoluter Experte dieses Geheimnis nie preis gab und für immer ins Grab mitzunehmen glaubte.

Dr. Hans Seper wurde Vizedirektor des Museums und zum „Wirklichen Hofrat" ernannt. Er schrieb noch eine Reihe weiterer automobilhistorischer Fachbücher von Bedeutung, so Österreichische Automobilgeschichte", Die Brüder Gräf", „Österreichische Kraftfahrzeuge" und „Von Austro Fiat zur ÖAF – Gräf und Stift AG".

Zusammengestellt aus:
Martin Pfundner, Die Auto-Österreicher, A.u.W. Verlag, Klosterneuburg 2006, S 99 f.
Wofgang Gruber, Hofrats Geburtstag, Austro Classic 6/1999, S 11

Literatur und weiterführende Links.


(C) 2008

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