Explosionsmotoren

Es sind insgesamt 10 tatsächlich gebaute Marcus Motoren bekannt.

Beschreibung der Explosionsmotoren.




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Kompressionsloser Zweitaktmotor und erster Motorwagen, 1870:

Vom ersten Motor gibt es 5 Fotografien, mit und ohne Motorwagen, 2 davon eigenhändig von Marcus signiert und datiert. Es ist unbestritten, daß Marcus mit so einem Motor als erster Mensch mit einem benzinbetriebenen Fahrzeug in Form eines einfachen Handwagens nachweisbar bereits um 1870 gefahren ist und damit eine für die Entwicklung von Kraftfahrzeugen bedeutende innovative Leistung erbracht hat.



Von eine Fahrt mit diesem Wagen – heute zur Unterscheidung von dem Wagen von 1888/89 „Marcus-Wagen 1“ genannt - berichtet 1904 der Fahrradhändler und spätere Kraftfahrzeugpionier Albert Curiel. Ausfahrten damit werden mehrfach erwähnt, u.a. vom Patentanwalt Marcus‘, Tischler und von der Firma Märky, Bromovsky und Schulz.
Von diesem einfachen, handwagenartigen Fahrzeug gibt es mehrere Nachbauten, der jüngste (2001) steht im Heimatmuseum des Geburtsortes von Siegfried Marcus, Malchin in Mecklenburg. Siehe dazu 1. Marcus Wagen.



1882 erlangte Marcus ein deutsches Patent für Neuerungen an Explosionsmotoren,
die den Spritzbürstenzerstäuber einschließen. 1883 wurde ihm ein Patent auf einen magnetelektrischen Zünder mit Friktionselektroden erteilt. Beides sollte später, der Vergaser in verbesserter Form, beim zweiten Wagen von 1889, verwendet werden.




1983 wurde Marcus ein österreichisches Patent für einen Motor nach dem kompressionslosen Zweitaktsystem erteilt,
Ausstellung eines solchen Motors in Wien.



Seine drei deutschen Motorpatente (Spritzbürstenvergaser, Magnetoelectrischer Zündapparat und Neuerung an Explosionsmotoren) verkaufte Marcus Ende der 1880-er Jahre an den Holländer Frans van Schuylenbruch, in Ackermann’s Illustrierter Wiener Gewerbezeitung als „holländischer Capitalist“ bezeichnet. Genauer Zeitpunk und Verkaufspreis sind unbekannt. Ausgewertet hat diese Rechte der Käufer jedoch nicht, der bereits kurz danach 1891 starb.

Anhang (Marcus´38 österreichische Erfindungen, nach Kurzel - Runtscheiner)

Marcus-Forschung



Primäre Quellen:
Moritz Ritter von Pichler: „Der Explosionsmotor von Siegfried Marcus“ Wochenschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architekten - Vereines, 13 221-223
Johann Friedrich Radinger: „Die Motoren (Gruppe XIII, Section I)“ Officieller Ausstellungs-Bericht herausgegeben durch die General-Direction der Weltausstellung 1873, Wien 1874
Exposition Universelle d’Anvers 1885 – Ateliers Ducommun – Heilmann-Ducommun & Steinlein, Mulhouse (Alsace) – Maison fondé en 1834, Mulhouse 1885

Sekundärliteratur:
Horst Hardenberg: „Siegfried Marcus, Mythos und Wirklichkeit“, Bielefeld 2000
Johannes Steinböck „Die Motoren des Siegfried Marcus“ in Helmuth Grössing (Herausgeber): „Autos, Fahrer, Konstrukteure“, Wien 2000
Bildquelle zu Motor 8:
Torsten Gertz, Malchin


(C) 2008

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