Fahrgestell

Das meiste sieht man auf den Bildern. Zur Zeit als der Wagen entstand hatte Marcus seine Werkstätte im Obergeschoss des Hauses Mariahilferstr. 107. Um das Transportieren des Motors zu erleichtern, vereinfachten herausziehbare Keile das Abnehmen der Räder. Wie das Fahrzeug gelenkt wurde, ist unklar. Ein Nebenherlaufen und Steuern ist wegen der errechneten Geschwindigkeit von rd. 15 km/h kaum vorstellbar. Vielleicht wurde nach Lehrbubenart die Deichsel mit den Beinen bewegt. Es ist auch möglich, dass der Wagen kurze Strecken einfach ungesteuert - ungebremst sowieso - dahin rollte. Zum Unterschied vom späteren, verdichtenden Benzinmotor bremste der verdichtungslose Motor auch nicht, wenn er abstarb. Im Vergleich zum Zweiten Marcus Wagen war das Vehikel sehr leicht, sonst wäre die ermittelte Geschwindigkeit nicht erreichbar gewesen.



„Marcus löste die Aufgabe, indem er auf die Ladefläche A zwei zum Heck des Wagens in der Höhe zunehmende Balken befestigte, die um etwa die Länge des Motors gabelförmig über die Ladefläche hinausragten und dort unter die „Tischplatte“ C des Motors geschraubt waren. Diese Balken glichen die Höhendifferenz zwischen „Tischplatte“ und Ladefläche so aus, dass die Achse des Drehschemels in erwünschter Weise genau senkrecht stand“ ( H. Hardenberg, S.M. Mythos und Wirklichkeit, Bielefeld 2000, Seite 147).
In „Ackermann’s Illustrierte Wiener Gewerbe-Zeitung“ (Petroleum - Motoren, 1890) ist aber von Fahrten mit zwei Passagieren im September 1870 in der Mariahilferstraße, Neubaugasse, Westbahnstraße und Kaiserstraße die Rede. Auch Jonasz – siehe später- spricht von Fahrten in den Straßen Wiens. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Marcus nach den Fotoaufnahmen einen Sitz auf den Wagen stellte und eine Lenkstange anbrachte.

Der Motor


siegfried-marcus.de

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